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„dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen“

Kreuzweg des Balthasar-Neuman-Gymnasiums und der staatlichen Realschule

Trotz frostiger Temperaturen in den frühen Morgenstunden machten sich auch in diesem Jahr wieder mehr als 160 Schüler des Balthasar-Neumann-Gymnasiums und der Staatlichen Realschule auf den Weg zur Kreuzbergkapelle. Der ökumenische Kreuzweg der Jugend ist mittlerweile zu einem festen Termin im Jahresablauf beider Schulen geworden. Grundlage für die Meditationen an den einzelnen Stationen ist ein Materialheft, das von den Arbeitsstellen für Jugendarbeit der beiden Kirchen herausgegeben wird. Der Titel des diesjährigen Jugendkreuzwegs lautete „dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen“. Die verantwortlichen Lehrkräfte waren auch in diesem Jahr überzeugt, dass die Verbindung zwischen dem Leidensweg Jesu und der Lebenswelt der Schüler wieder beeindruckend hergestellt werden konnte. Schon die Eröffnung im Pausenhof zwischen den Schulgebäuden machte deutlich, dass auch Jesus Freundschaft und Hoffnung, allerdings auch Ablehnung, Schmerz und Angst erfahren hatte. Dass die Handynutzung mittlerweile zu politischen Diskussionen führt, zeigt dessen Stellenwert im Leben von Schülern. „Ehe der Hahn dreimal kräht, wirst du mich verleugnen“ lauteten die Worte Jesu an Petrus. Er musste schmerzlich erfahren, verraten und ignoriert zu werden. Auch Jugendlichen kann es so ergehen, wenn Handynachrichten zwar gelesen, aber nicht beantwortet oder Kontakte sogar blockiert werden. Wie die Fesseln an Jesu Händen kann es sich für Jugendliche anfühlen, den vielen Erwartungen von Schule, Eltern oder sozialen Medien gerecht werden zu müssen. Vielleicht stellt sich die Sinnfrage: Wozu das alles? Sein Vertrauen auf Gott hatte Jesus trotz der Fesseln eine innere Freiheit gegeben. Die Stationshäuschen auf dem Weg zur Kreuzbergkapelle dienen zur Veranschaulichung des Leidensweges. Am Beispiel des Simon von Kyrene konnte Jesus erfahren, Unterstützung beim Tragen des Kreuzes zu erhalten. Wie vielen Menschen in ihrem Umfeld sagen auch Schüler ihre Mithilfe zu? Symbolischer Ballast, den andere gar nicht sehen. Jesus trug sein Kreuz nicht aus Zwang, sondern aus Liebe zu den Menschen und mit tiefem Gottvertrauen. 
„Rette dich selbst, wenn du der König der Juden bist“ verspotteten die Soldaten Jesus am Kreuz. In den Spott stimmten sehr schnell zahlreiche weitere Teilnehmer ein. Eindrucksvoll schlugen hier die Impulsfragen den Bogen zur Lebenswelt der Schüler: Wo machst du dich über andere lustig? Warum hast du mitgemacht? Was hat dich dazu gebracht, mitzumachen, zu schweigen oder wegzuschauen? Der Hauptmann unter dem Kreuz zeigt beispielhaft, wie sich im Leben plötzlich etwas verändern kann: ein Wort, ein Bild, ein Nachdenken. „Dieser Mensch war Gottes Sohn“ stellt der fest, der kein Freund oder Jünger war, sondern einfach Befehlsempfänger. Unerwartet kann Gott auch im Leben von Schülern wirken, eine neue Perspektive ermöglichen, ins Staunen versetzen. Vor der Kreuzbergkapelle stellten sich die Teilnehmer zum traditionellen Gruppenfoto auf. Die Kreuzigungsgruppe neben der Kapelle bildet in bewährter Weise auch eine Station auf dem Weg. Dass zwei der Sandsteinfiguren durch Vandalismus zerstört wurden, regte zum mahnenden Nachdenken an. 
Mit den Fürbitten und dem Segen in der Bibliothek des Gymnasiums endete der besinnliche Teil des Jugendkreuzwegs. Es schloss sich ein gemeinsames Frühstück für alle Teilnehmer in der Schulmensa an, das dank der finanziellen Unterstützung durch das Amt für Schulpastoral des Bistums Würzburg und der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Marktheidenfeld möglich ist. 
Mit vielen Impulsen durch diesen außergewöhnlichen Tagesbeginn kehrten die Schüler anschließend in den Unterricht am letzten Schultag vor den Osterferien zurück. 

Text: Steffen Baumann
Gruppenfoto vor Kapelle: Steffen Baumann