Am Laurenzisonntag feierte die Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius das Patrozinium um 9.30 Uhr in der St. Laurentiuskirche. Der Gottesdienst wurde mitgestaltet vom Bläserensemble Marktheidenfeld. Nach dem Gottesdienst traf man sich zum gemeinsammen Zug mit den Urspringer Musikanten zur Laurenzimesse.
Pfarrer Hermann Becker sagte bei seiner Predigt:
“Hab Mut! Steh auf!” - übergroß prangt das Motto des Katholikentags noch immer von den Türmen des Würzburger Domes. Da es zugleich das Jahresmotto für unsere Diözese ist, wird es auch das ganze Jahr noch dort hängen und jeden, der es liest, ermutigen: Steh auf und folge Jesus nach.
Das tat der blinde Bartimäus im Evangelium, von wo das Zitat stammt: Hab Mut, steh auf, ER ruft dich. Und der geheilte Blinde folgte Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem.
Sicher können wir diesen Mut auch bei unserem Patron finden - dem heiligen Laurentius. Als Diakon hatte er das Kirchenvermögen zu verwalten - sprich das Geld. In der Stadt Rom kam wohl einiges zusammen, weil dort viele Witwen lebten. Sie fanden Aufnahme in der christlichen Gemeinde. Hier wurde kein Unterschied gemacht zwischen Reichen und Armen, Sklaven und Vornehmen, Frauen und Männern - das war das, was die christliche Gemeinschaft interessant und anziehend machte: man betete nicht nur miteinander, man sorgte auch ganz praktisch füreinander.
Und ein Diakon organisierte das - u.a.
Und so steuerten gerade wohlhabende Witwen einiges bei, damit es unter den Armen verteilt werden konnte, und Laurentius diese Armen als den wahren Schatz der Kirche dem Kaiser präsentieren konnte.
Er bezahlte seinen Mut mit seinem Leben. Wie viele andere mit ihm. Auch sein Bischof Xistus, der kurz vor Laurentius während eines Gottesdienstes getötet wurde.
Hab Mut, steh auf!, steh zu deiner Kirche: Das ruft uns Laurentius heute noch zu.
Laurentius ruft uns zu, diesen Blick für den Menschen zu bewahren, füreinander einzutreten, die Schwachen besonders zu sehen und ihnen zu helfen - wie es in der Tafel geschieht, bei den Sozialstationen, in der Lebenshilfe, im Familienstützpunkt, wie es Verbände und Vereine versuchen zu leben. Solche Einrichtungen in der Stadt zu haben - auch das macht eine Stadt lebenswert.
Hab Mut, steh auf, steh zu deinem Glauben!, steh zu deinem Christsein!
Der Glaube ist ein hohes Gut. Aber wir erleben auch: Er wird nicht mehr einfach weitergegeben; er „verdunstet“, sagt man.
Man kann heute gut leben - ganz ohne Gott, ohne Kirche, ohne religiöse Verpflichtungen. Vielleicht sogar ohne tieferen Sinn, aber nicht ohne Werte.
Darum bleiben die Fragen: Was ist Dir wichtig?, wofür setzt du dich ein? Wofür gibst du Geld aus, wofür verbringst du deine Zeit?, deine Energie? wofür lebst du?
Laurentius lebte und starb für seinen Glauben an Christus, an den Gott, der ihn auch aus dem Tod zum Leben retten konnte. Irgendwie musste er die Erfahrung der Jünger im Evangelium heute gemacht haben, dass ihm in der Not Christus entgegen kommt und sagt: „Habt Vertrauen, ich bin es. Fürchtet euch nicht.“ Das machte Laurentius Mut.
Gibt es diese Erfahrung heute noch?
An Stürmen mangelt es nicht, in der Kirche wie in der Gesellschaft; und auch ganz persönlich.
Hab Mut, steh auf, steh auf für Christus, für die Kirche, für den Glauben, für den Menschen so Becker.
Text und Bilder: Erhard Wiesmann















